Interview: Softwarecluster-Sprecher Lutz Heuser

Ein Cluster zeichnet sich durch Kooperation aus – wo wird im Software-Cluster kooperiert? Im Cluster gibt es zwei Säulen: starke Unternehmen und eine starke akademische Welt mit Weltklasse-Forschern. Das ist in dieser Region und in dieser Konzentration in Europa einmalig.


Welche Rolle spielt der Faktor Zeit gerade in Ihrem schnelllebigen Bereich und wie hilft hier der Cluster?
Beim Cluster bilden verschiedene Beteiligte eine so genannte Innovationskette, bei der die Zeit von der Idee bis zum fertigen Produkt drastisch verkürzt werden soll.

Beim Cluster wartet man nicht fünf Jahre Forschung ab, sondern ein anderes als das Forschungsteam nimmt schon die Idee auf und überlegt vonseiten der Wirtschaft, wie praktikabel ein Produkt wäre, wie man es am Markt platzieren könnte und was der Käufer davon hätte.
Wenn herauskäme, die Idee müsste modifiziert werden, geht diese Schlussfolgerung gleich an die Forschung zurück und die nimmt sie unmittelbar auf.

 

Welche Rolle spielen kleine und mittlere Unternehmen im Cluster?
Das zentrale Thema der Forschung ist es, die jeweiligen Software-Komponenten so zu konzipieren und zu entwickeln, dass sie leicht kombinierbar sind mit einander und mit anderen.
Kleine und mittelständische Unternehmen im Software-Cluster bieten kompetitive, branchenspezifische Lösungen, welche die Standardlösungen der international agierenden Unternehmen ideal ergänzen. Dadurch entsteht ein gemeinsamer Wettbewerbsvorteil.

 

Kann es passieren, dass KMU ihre Nischen durch die Öffnung im Cluster an die Großen verlieren?
Nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Deutschland braucht dringend die nächsten IT-Unternehmen, die in die Größenordnung einer Software AG oder gar einer SAP vorstoßen. Das passiert nicht im Verborgenen sondern kann nur durch intensive Zusammenarbeit erfolgreich werden.

 

Welche Rolle kann der Cluster für die wirtschaftliche Entwicklung der Region einnehmen?
Wir streben an, 5.000 Fach- und Führungskräfte in den Themenbereichen aus- und weiterzubilden, die für die Unternehmen im Software-Cluster relevant sind. Darüber hinaus streben wir an, in den nächsten fünf Jahren mindestens 30 neue Unternehmen im Kernbereich des Clusters zu gründen und ausländische Unternehmen in der Cluster¬region anzusiedeln, um damit die heute im Software-Cluster bestehenden 27.000 Hightech-Arbeitsplätze langfristig zu sichern und auszubauen.

 

Lutz Heuser ist Cluster-Sprecher des Software-Clusters.

Die Fragen stellte Stefanie Gerdsmeier