Wirtschaftsförderer im Gespräch: Dr. Thomas Robbers aus Münster

Was hat Münster, was andere Standorte nicht haben?
In Münster startete der Hase Felix 1994 seine weltweite Erfolgstour in die Kinderzimmer. Auch Prinzessin Lillifee erobert von hier aus die Herzen aller Mädchen. Wir haben den Westfälischen Frieden, einen Skater-Papst Titus, zirka 500.000 Fahrräder (bei 285.000 Einwohnern) und außerdem das beliebteste Tatort-Duo Deutschlands: Prof. Boerne und Kommissar Thiel. Der schwarze Schwan Petra, der in ein Aasee-Tretboot verknallt war, ist leider verschwunden.
Welches Thema brennt Ihnen zurzeit unter den Nägeln?
Der leistungsstarke Breitbandanschluss Münsters an die digitale Welt sichert unsere Zukunftsfähigkeit. Ein erstes Gewerbegebiet ist mit Glasfaserverbindungen ausgestattet. Zudem soll Münster nach Telekom-Plänen als eine der ersten deutschen Städte ein Glasfaserhochleistungsnetz erhalten. Gut, wenns schnell geht.
Was war Ihr größter Erfolg?
Der Hansa-BusinessPark und das Nano-Bioanalytik-Zentrum Münster sind zwei Vorzeigeprojekte der Wirtschaftsförderung Münster GmbH. Mit einem enormen Spagat decken wir die Bedarfe der Industrie und der Spitzentechnologie der Zukunft ab. Das ist nachhaltige Strukturpolitik.
Welches Unternehmen würden Sie gerne in die Region holen?
Bringen Sie uns einen Automobilkonzern, denn im Batterieforschungszentrum MEET der Universität wird die Antriebstechnologie der Zukunft entwickelt. Münster wäre nicht Münster, wenn es auch bei der drängenden Frage zur Elektromobilität keine Lösungen finden wollte.
Welche Wirtschaftsförderungsaktion hat Sie im vergangenen Jahr besonders beeindruckt?
Die Brauerei Pinkus Müller pflegt Originalität, Tradition und ökologische Brauart. Die Familie produziert seit 1816 Altbier und exportiert bis nach Amerika und Japan. Pinkus ist Symbol für westfälische Gastfreundschaft und verbindet Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur. 2010 haben wir beschlossen, Pinkus den Wirtschaftspreis der Stadt Münster 2011 zu verleihen.
Wenn nicht in Münster, wo dann, und warum?
Wenn ich ein paar Monate Zeit hätte, könnte ich mir vorstellen, ein Buch zu den Herausforderungen nachhaltiger Wirtschafts- und Strukturförderung zu schreiben.
Welcher Wirtschaftsförderer sollte diese Fragen als nächstes beantworten?
Birgit Monßen, die das Amt für Wirtschaftsförderung in Dresden leitet.
Die Fragen stellte Stefanie Gerdsmeier
